8. Karlsruher Literaturtage 2020

Trotz Corona gut besuchte Literaturtage in Karlsruhe

Über 1.000 literaturinteressierte Besucherinnen und Besucher haben an Veranstaltungen im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2020 teilgenommen. Trotz der Corona-Auflagen wurde ein vielfältiges Programm realisiert, das beim Publikum auf eine große Resonanz stieß. Das Angebot umfasste 38 Literaturformate an 21 Leseorten. Nachdem die Literaturtage Karlsruhe bereits zum achten Mal mit großem Erfolg von der Literarischen Gesellschaft organisiert wurden, zogen die Veranstalter nach der ausverkauften „Zugabe“ mit der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller eine positive Bilanz: „Die Besucherinnen und Besucher haben das Angebot, Literatur in und aus Karlsruhe real und analog zu erleben, gerne angenommen. Viele Veranstaltungen waren ausverkauft. Wir sind sehr zufrieden, dass die Literaturtage stattfinden konnten. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist die Solidarität wichtig und die Menschen haben Literatur in den letzten Monaten vermisst“, so Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Vorstands-vorsitzender der Literarischen Gesellschaft und Koordinator der Literaturtage zusammen mit Matthias Walz: „Die Literaturtage Karlsruhe sind das wichtigste Literaturforum der Stadt. Zahlreiche Karlsruher Institutionen und Initiativen können sich dadurch besser vernetzen. Die Autorinnen und Autoren profitieren vom direkten Austausch mit den Leserinnen und Lesern. Wir schauen optimistisch in die Zukunft.“

„Literatur offensiv!“

lautet auch dieses Jahr das Motto des wichtigsten Literaturforums der Stadt, das unmittelbar und direkt Literatur aus Karlsruhe und der Region an außergewöhnlichen Leseorten präsentiert.
Zahlreiche Karlsruher Institutionen und Initiativen beteiligen sich unter Federführung der Literarischen Gesellschaft an den Literaturtagen Karlsruhe 2020, die in diesem Jahr offiziell ab dem 4. Oktober 2020 mit dem Dead-and-Alive-Slam des Badischen Staatstheaters im Großen Haus beginnen.


8. Karlsruher Literaturtage
vom 04. bis 14. Oktober 2020


„Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit“ konstatierte der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der vor 250 Jahren geboren wurde. Sätze wie diese sind plötzlich Realität geworden. Ohne die Reflexion der pandemischen Bedrohung können wir uns heute nicht mehr bewegen, nicht handeln und nicht kommunizieren. Fragen werden gestellt und müssen gestellt werden: Was wird sich nach der Krise verändern, welche Einsichten werden dauerhaft zur Realität? Die gesellschaftlichen Prämissen müssen neu definiert und es muss auch danach gefragt werden, welche Werte für unser Leben relevant sind. Solidarität und ein menschliches Miteinander, das haben wir erfahren dürfen, haben uns in den letzten Monaten begleitet. Dankbar ist man allen, die wie selbstverständlich ihre Arbeiten trotz aller Risiken für die Gemeinschaft weiter geleistet haben. Das sollte Richtschnur für die nächsten Monate sein. Die rasante Veränderung des Klimas hat schon zuvor gezeigt, dass unsere Lebensgrundlagen global gefährdet sind. Wir müssen die Welt neu denken, weniger wird mehr sein, alternative Lebensmodelle werden gefragt sein, eine neue Ethik, die viele Lebensbereiche betreffen wird. Wir haben diese Fragen mitgedacht, als wir die diesjährigen Karlsruher Literaturtage geplant haben. Wir wollten, bei selbstverständlicher Beachtung der von der Pandemie erzwungenen Sicherheitsvorschriften, festhalten an der erfolgreichen und bewährten Veranstaltungsform, an den zahlreichen Orten in der Stadt und dem Literaturhaus im PrinzMaxPalais als dem Herzen der Literatur in Karlsruhe. Kultur ist aktuell ganz neu gefordert, wir fragen daher auch nach der Funktion von Literatur in einer veränderten Welt. Wir halten nicht nur fest an der Forderung, dass die Kultur auch in Karlsruhe weiter gestärkt werden muss, dass wir neue Orte des Austausches benötigen, den urbanen Raum neu denken und die Literatur gemeinsam immer wieder ganz offensiv in der Öffentlichkeit präsentieren wollen. Wir wollen der Literatur neue Möglichkeitshorizonte eröffnen, in der Stadt und übergreifend im Ensemble der notwendigen kulturellen Grundversorgung – und die beginnt im Kindesalter! In dem Sinne sind die Literaturtage auch ein umfassendes Programm ästhetischer Sensibilisierung nicht nur in Krisenzeiten. Dank an alle Beteiligten der Literaturtage, den Unterstützern aus Wirtschaft und Kultur und dem Kulturbüro der Stadt Karlsruhe. Es erwarten uns spannende Literaturtage, nutzen Sie die Gelegenheit!

Wir danken allen Beteiligten, der Arbeitsgruppe „Literaturtage“, den Karlsruher Unternehmen und dem Kulturbüro Karlsruhe, namentlich Dr. Rolf Fath, für die Unterstützung.

Hansgeorg Schmidt-Bergmann & Matthias Walz